Zu unserer Selbsthilfegruppe treffen wir uns regelmäßig zweimal pro Monat um uns mit Gleichgesinnten, ähnlich leidenden und mitfühlenden Überlebenden des sexuellen Missbrauchs auszutauschen und mitzuteilen, um so das erfahrene Seelenleid auf viele, wenn auch zugegebenermaßen „angeschlagenen Seelenschultern“ zu verteilen.

   Denn vergessen wir eines nie:

Nur gemeinsam ist man stark!

Nur gemeinsam überwindet man das,

was der Einzelne nicht schaffen kann,

nämlich der massiven Präsenz all derer,

die am familiären Missbrauch beteiligt waren und noch immer sind, etwas entgegen zu setzen, um sie in ihre Schranken zu weisen.

 

Denn sollte dies nicht gelingen,

so droht der persönliche Untergang und die damit einhergehende seelische Vernichtung des Opfers.

   Die von der Familie begangenen Unrechtstaten und Verbrechen gegen das noch unschuldige, heranwachsende Kind bleiben viele Jahre, auch nach der Tat, noch strafbar. Und wer geht schon freiwillig dorthin, wo Gewalttäter und Missbraucher zu Hause sind? In jene Gefängnisse nämlich, die all denen drohen, die aufgrund von Zeugenaussagen überführt

und die rechtskräftig verurteilt wurden.

   Bei diesen Treffen suchen wir, wenn es gewünscht wird,

nach individuellen Lösungen und/oder gemeinsamen Strategien gegen das erfahrene Grauen einer missbrauchten Kindheit und Jugend, um die daraus resultierenden negativen,

seelenzerstörenden Folgen aufzuarbeiten und schlussendlich

gangbare Wege aus dem Missbrauch aufzuzeigen.

 

Jedem Teilnehmer steht es dabei frei, sich an diesem Prozess zu beteiligen oder lediglich, wie in vielen Fällen,

nur an einem gemeinsamen Austausch zwischen ähnlich leidenden Menschen teilzunehmen.

 

Am Ende entscheidet jeder für sich selbst, wie weit er sich tatsächlich einbringen möchte oder auch nicht.

 

Ein „Mitmachzwang“ besteht nicht.

   Die Gruppe wird von einer in dem Thema erfahrenen Mitarbeiterin des Vereins geführt, die auf Grund ihrer Biographie und Ausbildung dafür geeignet ist, sodass obwohl sie der Gruppe vorsteht, dadurch kein Recht auf welche Art von Bevormundung gegenüber den anderen Teilnehmern hat.

 

So lautet der Grundsatz der Selbsthilfe,

dass innerhalb des Rahmens der Selbsthilfegruppe die Leiterin lediglich die Aufsicht führt und somit im Fall von Spannungen und Meinungsverschiedenheiten eine Art Schiedsrichterfunktion einnimmt, ohne gravierend in die grundlegenden Abläufe der durch das brisante Thema entstehenden Gruppendynamik einzugreifen.

Der freie Wille eines jeden Gruppenmitglieds zählt und nicht der sich oft gruppendynamisch aufbauende Veränderungsprozess dem sich in anderen Gruppen und somit in anderen Fällen

alle unterzuordnen haben.

   Gerade als Opfer einer Missbrauchs- oder Gewalttat braucht man das Gefühl, aufgrund der jahrelangen Unterdrückung, sich frei und ohne Zwang entscheiden zu können.

 

Alles andere wäre die Wiederholung des schon erlebten Traumas in anderer wenn auch weniger dramatischer Form.

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