Liebe Besucher, liebe Besucherin,

herzlich Willkommen bei der Dauerausstellung zum Thema Inzest!

 

Mag es auch im Zusammenhang mit solch einem schwierigen und seelisch belastenden Thema makaber klingen, von einem herzlichen Empfang zu sprechen, so seien Sie doch trotz aller Grausamkeiten und Abartigkeiten, die Ihnen im Laufe der Führung begegnen werden und die einen Teil unserer dunklen, uns selbst gegenüber abgewandten Seite zeigen, versichert, dass wir, die wir Sie hier durch das „Labyrinth des Grauens“ führen, immer dafür Sorge tragen werden, dass wir Sie auch heil und unbeschadet auf der anderen Seite, wo auch immer diese für Sie liegen mag, abliefern werden.

Dass Sie danach nicht mehr der sein werden, der Sie zuvor, als Sie noch neugierig, unbefangen und vielleicht auch etwas unbedarft das "Kabinett des Grauens" betraten, waren, liegt,

so denke ich, auf der Hand.

Denn wer das Reich des Bösen betritt, wird zwangsläufig mit dem konfrontiert, was er sich vielleicht in seinen kühnsten und abwegigsten Albträumen nicht hätte vorstellen können.

Die allseits verbriefte Tatsache, dass es Menschen gibt,

die anderen das antun, was niemand für möglich hält,

die davon Betroffenen einschließlich,

wenn diese sich an ihren eigenen Kindern schadlos halten,

indem sie sie auf perverseste und verabscheuungswürdigste Weise sexuell missbrauchen.

Und wir sprechen hierbei nicht allein von Jugendlichen im pubertären Alter,

sondern vielmehr von Kindern, also von Säuglingen über Kleinkindern bis hin zu jugendlichen Heranwachsenden jeden Alters, Schichten einer Gesellschaft bis hin zu jenen,

die längst erwachsen wurden und dennoch immer noch Opfer ihrer sie missbrauchenden,

selbst schon alt und grau gewordenen Eltern sind.

Dies ist ihre lebendig gewordene Geschichte,

eingefroren in jene uns tief berührenden Szenarien, die das erfahrene Leid ihres Lebens darstellen in Form von szenischen Darstellungen, Bildern und Filmen wiedergegeben!

Es sind die gelebten, unglücklichsten, sie an den Rand ihrer Möglichkeiten und manchmal sogar ein Stück darüber hinaus bringenden Erfahrungen, die wir als stumme Zeugen ihres Leids zu schauen bekommen und manchmal sogar zu erfahren, wenn sich vielleicht ganz unerwartet ein längst verschlossener und abgekapselter Teil in uns öffnet und längst verschollene, weil vergessene Bilder und Gefühle unserer Kindheit und Jugend aus dem Dunkel der Erinnerungslosigkeit auftauchen und uns zurückführen in eine von uns verdrängte Zeit voller Schmerz und Seelenleid!

 

Deswegen ergeht der dringende Rat an all jene, die bei diesem Rundgang durch den "Vorhof der Hölle", der für viele oft wie das Paradies, sprich der Garten Eden, daherkommt, der seinen wahren Schrecken aber erst dann zeigt, wenn man am allerwenigsten damit rechnet, nämlich am Ende, wenn die innere Aufregung etwas nachlässt:

 

Gehen Sie bitte nicht durch den "Irrgarten des gelebten Wahnsinns",

wenn Sie es nicht möchten!

 

Hören Sie auf ihre innere Stimme, die Ihnen hilft zu entscheiden,

ob Sie gewillt sind diese Tortur auf sich zu nehmen.

 

Und wenn diese in Anbetracht des Drucks anderer sie begleitender, mutiger daherkommender Freunde, Bekannte, Kollegen oder Kommilitonen, sich aus Furcht vor deren vernichtender Meinung nicht meldet, so hören Sie doch auf Ihr Bauchgefühl, das Ihnen sagt,

ob Sie es ertragen, was Sie da zu sehen bekommen oder nicht!

 

Denken Sie bitte daran, es sind nicht die Exponate, sprich Ausstellungsstücke, nicht die szenischen Darstellungen, noch die Bilder, sondern vielmehr das sich vielleicht in Ihnen auslösende Gefühl Teil des sich Ihnen hier präsentierenden Wahnsinns zu sein und somit selbst ein die Wahrheit über einen erfahrenen Missbrauch verdrängendes Opfer.

 

Klingt es auch betrüblich, so ist es doch ein immer wieder auftretendes Phänomen, das Besucher der Ausstellung durch oft nur kleinste äußere Gefühlsreize in Form eines Bildes,

einer dargestellten Handlung, eines Geruchs oder Gefühls,

Zugänge zu den längst verschütteten Ereignissen Ihrer Kindheit bekommen.

Dies lässt sich leider nicht verhindern und so sei noch einmal in aller Deutlichkeit daran erinnert, dass nur der die Ausstellung besuchen sollte, der sich psychisch stabil und somit in der Lage befindet, das Gesehene und Aufgenommene zu ertragen!

Sollten im Laufe der Führung bei dem ein oder anderen vielleicht schwächeähnliche Gefühle auftreten, so sollte umgehend der die Führung leitende Verantwortliche angesprochen und der Rundgang abgebrochen werden.

 

Das von uns angebotene Ausstellungsprogramm umfasst zum einen die Führung durch die Räumlichkeiten des sogenannten „Inzesthauses“, eine daran anschließende Filmvorführung in Form eines 20 minütigen Kurzfilms zum Thema des sexuellen Missbrauchs,

sowie eine abschließende Diskussionsrunde, über das durch den Rundgang erfahrene.

Für denjenigen, dem noch nicht gänzlich, ob des dargebotenen Spektakels der Appetit vergangen ist, gibt es gegen einen kleinen freiwilligen Obolus für die Spendenkasse des Vereins

einen herzhaften Imbiss.

Alles in allem, so sagen es die, die es schon hinter sich haben, ein gelungener Ausflug in die „Schreckenskammer des Inzestes“ und gleichzeitig in die Welt der bedauernswerten Missbrauchsopfer, für die sich der Verein zur Hilfe und Unterstützung von Opfern sexuellen Missbrauchs und Gewalt e.V., ehrenamtlich wohlgemerkt, einsetzt.

Ist doch jedes seiner Mitglieder selbst durch die Hilfe seiner von Gewalt und sexuellen Missbrauch geprägten Kindheit und Jugend dank der unermüdlich in diesem Thema arbeitenden Helfer entkommen und dementsprechend motiviert seine Kraft dafür einzusetzen, andere,

noch in ihrem Missbrauch feststeckende Opfer, zu befreien!

 

Wenn auch Sie, ob nun aktiv durch Ihre Arbeit oder passiv durch eine Spende, mit helfen wollen uns in unserer schweren, manchmal sogar gefährlichen Arbeit zu unterstützen, so wenden Sie sich bitte an die unten angegebene Adresse und bekommen dort Auskünfte, die Ihnen helfen werden, die richtige Entscheidung zu treffen.

Wir wünschen allen Besuchern und an der Ausstellung Interessierten einen angenehmen Aufenthalt, sofern man es wie schon eingangs erwähnt bei solch einem schrecklichen und an die Nieren gehenden Thema überhaupt sagen kann, bei uns den Überlebenden des wohl schrecklichsten Verbrechens das Menschen Menschen antun können -

dem sexuellen Missbrauch an ihren eigenen, seelenverlorenen Kindern, die doch genauso, wie alle anderen, das Recht auf eine freie, sie nicht zerstörende Entwicklung haben, um eines noch fernen Tages selbstbewusste, starke Persönlichkeiten zu werden, die für das an ihnen begangene Unrecht einstehen und für eine bessere, schönere, inzestfreie und somit gewaltfreie Welt kämpfen, wohlgemerkt immer in dem Bewusstsein, dass jedes gerettete Opfer ein Mensch mehr ist, der nicht selbst zum Täter wird, der das unheilvoller Erbe seiner Missbraucher in die Welt hinausträgt, dorthin, wo auch andere Kinder im Schatten des Grauens heranwachsen,

die selbst wieder zum Täter werden, in einer Welt auf Erden, die so nicht lebenswert erscheint, weil sie die Hoffnung auf Errettung der Seelenverlorenen des Inzestes für immer vereint!

   ACHTUNG: Wir weisen nochmal eindringlich daraufhin, dass
die hierzu stattfindenden Führungen allerdings nur von denen in Anspruch genommen werden sollten,
die gleichzeitig auch bereit sind,
die sich unter Umständen daraus ergebenen negativen Konsequenzen zu tragen, 
insbesondere durch die Möglichkeit,
dass sich bisher versteckte, weil verdrängte Erinnerungen
aus dem Unterbewusstsein wieder in das Bewusstsein schieben und
alte, längst erledigt geglaubte Seelenprozesse,
speziell die Missbrauchsproblematik mit ihren
abartigen, sexuellen Übergriffszenarien und
unerträglichen Gewaltexzessen betreffend,
in Gang setzen.
   Hinsichtlich dieses allseits bekannten Phänomens
und der sich daraus ergebenen Problematik,
beraten wir Sie gerne und ausführlich,
um einen solchen nur
schwer zu beeinflussenden und steuernden Wiedererinnerungsprozess im Vorfeld,
wenn es noch möglich ist,
zu verhindern.

Die Begegnungsstätte des Vereins El Faro

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